Unwetterchaos am 09.06.2014 in NRW – Ich war dabei…

Pfingstmontag. Seit einigen Tagen hatte ich mit einem Freund geplant an diesem Tag eine kleine Tour durch unser schönes Nordrhein-Westfalen zu machen, natürlich per ÖPNV. “Schöner Tag Ticket NRW” und ab gehts. Die für diesen Tag vorhergesagten Unwetter waren uns erstmal relativ egal, da wir vormittags bei sehr schönem Wetter starteten, die Unwetter aber erst für den Abend angekündigt waren. Unsere Tour führte uns quer durch das Ruhrgebiet zum Flughafen Düsseldorf und von dort weiter über den Kölner Hauptbahnhof zum Flughafen Köln/Bonn. Als wir danach wieder am Kölner Hauptbahnhof ankamen brach gerade das Chaos aus. Das Unwetter tobte direkt über uns. Im Kölner Haupbahnhof ging gar nichts mehr. Immer mehr Züge fuhren aus den verschiedenen Richtungen ein, die Gleise wurden nicht nur doppelt sondern teilweise sogar vierfach belegt. Vor dem Hauptbahnhof tobte eine Windhose, die jede Menge Dreck und Müll herumwirbelte und sogar die schweren Türen des Hauptbahnhofs nach innen aufdrückte. Menschen kreischten und schrien so etwas wie “Ein Tornado!”, was natürlich leicht übertrieben war, zu dieser surrealen Stimmung aber einiges beitrug.20140609_204545
Wir entschlossen uns, erstmal im Hauptbahnhof zu bleiben und abzuwarten. Dort gibt es schließlich so ziemlich alles, was man braucht. Getränke, warmes Essen,… Im Kölner Hauptbahnhof gibt es genug Auswahl. Der gute Mann am Servicepoint der Bahn ging erstmal davon aus, dass der Zug, der eine Stunde nach dem Zug, mit dem wir eigentlich hätten fahren wollen, wieder pünktlich sei. Er händigte mir einen Taxigutschein für den Weg vom Hammer Bahnhof nach hause aus, da es auch in seiner optimistischen Annahme, der folgende Zug könne fahren, nicht mehr für meinen Anschlusszug gereicht hätte.
Dann kam es natürlich wie es kommen musste und wie wir es schon erwartet hatten. Im Kölner Hauptbahnhof ging absolut gar nichts mehr, genauso wie in ganz NRW. “Bahnverkehr vorübergehend eingestellt”.
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Na, was für ein Wunder bei diesem Unwetter. Sehr viele Fahrgäste ließen ihre schlechte Laune am Personal der Bahn aus, was man auch gelegentlich an sichtlich genervten Reaktionen bemerkte… Vor einem Treppenaufgang hörte ich mit wie ein Fahrgast eine Bahnmitarbeiterin lauthals fragte “warum denn nichts mehr geht und was diese Scheisse soll”… Sie ging an mir vorbei und murmelte vor sich hin “Was kann ich denn dafür, dass es gewittert…”.
Ich kann es verstehen, dass Fahrgäste in solchen Situationen auch genervt und angespannt sind, aber die Mitarbeiterin hat absolut recht. Für solche Situationen kann bei der Bahn niemand etwas. Es war ein Unwetter, das nicht nur die Bahn sondern auch sehr viele andere Verkehrsunternehmen und auch Autobahnen betroffen hat.
An dieser Stelle möchte ich jetzt mal dazu kommen, das Servicepersonal am Kölner Hauptbahnhof ausdrücklich zu loben. Die Spontanität und Flexibilität, die diese Mitarbeiter unter diesen stressigen Umständen an den Tag gelegt haben, war wirklich der Wahnsinn. Riesige Schlangen bildeten sich vor dem Servicepoint, der normalerweise mit 2 Personen an 2 Arbeitsplätzen besetzt ist. Nach kurzer Zeit wurde jeder Arbeitsplatz mit 3 Personen bedient. Einer hat das Gespräch geführt, einer am Computer die Daten eingegeben, der dritte Mann hat den Taxi- oder Hotelgutschein ausgestellt. Zusätzlich wurden neben dem Servicepoint 2 mobile Stände aufgebaut, an denen weitere Fahrgäste parallel mit Taxigutscheinen versorgt werden konnten. Ein Mitarbeiter hat sich darum gekümmert Fahrgemeinschaften zu bilden damit die Taxis möglichst voll ausgelastet in eine bestimmte Richtung fuhren. So kam es dann nach sehr langem Warten vor dem Servicepoint dazu, dass wir kurzerhand einen Taxigutschein bekamen und gemeinsam mit einem Bundespolizisten, der in Hagen abgesetzt wurde, und einem anderen Reisenden, der nach Münster musste, unsere Heimreise mit einem Taxi antreten konnten.
Dieser spontane, sehr stressige aber dennoch effiziente Einsatz des Servicepersonals am Kölner Hauptbahnhof, wie sicherlich auch an den meisten anderen Bahnhöfen im betroffenen Gebiet hier in Nordrhein-Westfalen, muss einfach mal ausdrücklich gelobt werden. Viele Menschen schimpfen auf die Bahn, aber diese Leute geben ihr Bestes um sicherzustellen, dass alle so gut es geht irgendwie an ihr Ziel kommen.

PS: Auf dem Taxameter standen am Ende meiner Fahrt hier am Bahnhof Heessen 262,00€. Es war wirklich ein interessantes Erlebnis. Danke, liebe Bahn, dass ich wie gewohnt gut nach hause gekommen bin. Wenn auch etwas anders als sonst.

 

Müllschwindel bei der Deutschen Bahn

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Jeder aufmerksame Bahnreisende kennt sie eigentlich: Die Bahnhofsmülleimer mit 4 Fächern zur Trennung von Glas (grün), Papier (blau), Verpackungen (gelb) und Restmüll (rot). Da glaubt man natürlich als Fahrgast, dass man der Umwelt was gutes tut indem man seinen Müll auch unterwegs im Bahnhof korrekt trennt und alles in den entsprechend korrekten Behälter wirft.Die Realität sieht leider seitens der Bahn bzw. der Tochterfirmen DB Station & Service, die die Bahnhöfe betreibt sowie DB Services, die für das “Facility Management”, also u.a. die Reinigung der Bahnhöfe und die Müllentsorgung zuständig ist, völlig anders aus.
Der gesamte, von den Reisenden fein säuberlich getrennte Müll landet nach Entleerung der Mülleimer gemeinsam in großen Restmüllcontainern, obwohl es genug Möglichkeiten gäbe sich seitens der Stadt bzw. des städtischen Entsorgungsunternehmens oder von einer privaten Recyclingfirma Papiercontainer, gelbe Säcke oder Tonnen und Glascontainer aufstellen zu lassen… Ob der Müll in anderen Städten ordentlich getrennt entsorgt wird konnte ich leider noch nicht beobachten, hier in Hamm ist es aber leider so wie oben beschrieben:
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Die verschiedenen Farben der Säcke sind
identisch mit denen der Einwürfe (siehe oben).

Durchbruch für Heessen

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Unter dem Titel “Durchbruch für Heessen” hat die SPD einiges vor. Der Bahnhof soll barrierefrei ausgebaut und von der Dasbecker Seite aus erschlossen werden. Ich war früh morgens für City Verkehr unterwegs um den Vorsitzenden der SPD Heessen, Justus Moor, am Infostand zu interviewen.Hier könnt Ihr das Interview lesen.

Fahrgastinformationen in Heessen? Nicht verfügbar.

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Am Bahnhof Heessen fehlen schon seit Monaten die Fahrpläne. Einige Vandalen haben bereits vor längerer Zeit die Scheiben der Fahrplan-Schaukästen zerstört. Man hat mehrfach einfach Fahrpläne mit Klebeband in die offenen Schaukasten geklebt – diese wurden jedes Mal nach kurzer Zeit wieder von irgendwem abgerissen.
Vor kurzem wurden neue dynamische Anzeiger installiert, diese sind allerdings noch nicht angeschlossen. Ein Freund kam auf die Idee einfach mal den “Info”-Knopf zu drücken um eine Verbindung zur 3S-Zentrale zu bekommen. Es klingelte und klingelte aber niemand ging ran. Wir versuchten es sieben mal. Keine Reaktion.
Wer also nicht weiss wann die Züge fahren und auch kein Smartphone mit DB Navigator oder einer vergleichbaren App dabei hat ist am Heessener Bahnhof ziemlich aufgeschmissen. Da bleibt dann nur noch die Möglichkeit einfach zu warten und zu hoffen dass in Kürze ein Zug kommt…
Ich finde das kann es doch wohl irgendwie nicht sein. Wir leben schließlich im Informationszeitalter. Es bleibt zu hoffen dass die neuen Displays in den nächsten Tagen angeschlossen werden und evtl. auch mal die Scheiben der Fahrplankästen (und der Wartehäuschen, die eigentlich keine Häuschen mehr sind sondern nur noch Unterstände da auch dort Scheiben fehlen) erneuert werden.

Erfolgreiche Kundgebung für Inge Hannemann

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Die Solidaritätskundgebung für die vom Dienst freigestellte Jobcenter-Mitarbeiterin Inge Hannemann aus Hamburg, die am heutigen Tag vor dem Jobcenter Hamm in Bockum-Hövel stattfand lief für die Organisatoren und alle Beteiligten sehr zufriedenstellend ab. Etwa 30 Personen hatten sich um 12 Uhr am Marktplatz Bockum-Hövel eingefunden um ihre Solidarität auszudrücken und die Öffentlichkeit über das Thema zu informieren. Nach und nach kamen immer mehr interessierte Passanten und fragten nach den Hintergründen. Einige hatten schon in den Medien davon gehört, einige noch gar nicht. So kam es zu einigen Sehr interessanten Gesprächen. Unter den Teilnehmern der Kundgebung waren Mitglieder verschiedener Parteien, die sich in ihren politischen Grundlagen eigentlich gar nicht einig sind. Die Solidarität stand absolut im Vordergrund.
Meiner Ansicht nach ist das das wichtigste. Wenn es um solche Themen geht muss man sich solidarisieren. Es geht nur gemeinsam.

Solidaritätskundgebung für Inge Hannemann

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Am morgigen Mittwoch, 26. Juni 2013, findet um 12 Uhr am Teichweg 1 vor dem kommunalen Job-Center Hamm eine Solidaritätskundgebung für Inge Hannemann statt, die von der Hartz-IV-Schutzgemeinschaft angemeldet wurde.
Der Fall Inge Hannemann ist in den letzten Wochen bundesweit durch die Medien gegangen. Die ehemalige Job-Center-Mitarbeiterin aus Hamburg-Altona hatte sich geweigert Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger auszusprechen, die nicht zu Terminen erschienen oder Jobs ablehnten. Sie äußerte sich öffentlich eindeutig als Gegnerin des Systems Hartz IV und wurde daraufhin von ihrem Arbeitgeber vorläufig vom Dienst freigestellt.
Wir möchten mit der geplanten Veranstaltung am Mittwoch unsere Solidarität mit Inge Hannemann bekunden und deutlich machen, dass wir ihr handeln absolut richtig finden und nachvollziehen können. Wir hoffen, dass einige von euch auch zu uns stoßen werden. Je mehr, desto besser!

Hier geht’s zur Veranstaltungsseite bei Facebook und hier geht’s zur Gruppe “Nicht mit mir liebe Stadt Hamm”.

Foto: HammWiki.de

Mehr Polizisten als Demonstranten bei Kundgebung der “Rechten”

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Als ich heute gegen 18.30 in die Innenstadt kam wunderte ich mich über ein großes Polizeiaufgebot auf dem Willy-Brandt-Platz, dem Platz der der Deutschen Einheit und in der Bahnhofstraße. Ich schaute kurz per Handy im Internet nach und hatte schnell herausgefunden dass aufgrund der Gründung des Vereins “BackUp – ComeBack: Westfälischer Verein für die offensive Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus e.V.”, die im Heinrich-Von-Kleist-Forum stattfand, eine Kundgebung der Partei “die Rechte” für 19 Uhr angekündigt war. Schnell rief ich einen Freund an um ihm davon zu erzählen. Da er gerade nichts zu tun hatte schnappte er sich seine Kamera und kam in die Innenstadt. Gespannt warteten wir was geschehen würde. Um 19 Uhr begannen die Rechten dann auch pünktlich mit ihrer Kundgebung, bei der zwischen einzelnen Wortbeiträgen auch Musik gespielt wurde die man wohl auch ohne große Vorkenntnisse sofort als “Rechtsrock” erkennen konnte. Die Wortbeiträge waren kaum zu verstehen da die Anlage der “Rechten” leider nicht die beste Tonqualität lieferte – aber was die da erzählten interessierte mich ja eh nicht wirklich. Das weitere Problem war neben der schlechten Anlage dass einige Gegendemonstranten aus dem linken Lager, die ohne Genehmigung spontan erschienen  aber von der Polizei in einiger Entfernung geduldet demonstrieren durften, auch ohne technische Hilfsmittel deutlich Lauter ihre Parolen skandierten und damit erfolgreich die Redebeiträge der Rechten störten. Laut offiziellen Angaben der Polizei waren aus beiden Lagern nur jeweils etwa 25 Personen anwesend, mir kam es aber eindeutig so vor als wären es aus dem linken Lager einige mehr gewesen – aber das könnte auch einfach daran liegen dass sie so viel lauter waren.
Wie so oft waren aber insgesamt deutlich mehr Polizisten als Demonstranten vor Ort. Genaue Zahlen wollte uns niemand von der Polizei nennen, aber ich habe 9 Bullis der Bereitschaftspolizei, 5 Streifenwagen 2 Motorräder und einen Bulli mit Teleskopkamera gesehen. In der Umgebung fuhren auch noch einige Streifenwagen herum. Auch ein paar Beamte der Bundespolizei kamen aus der Wache am Bahnhof dazu.
Ich frage mich was das wohl wieder den Steuerzahler gekostet hat…

Absolut unmöglicher Busfahrer… Freundlichkeit? Was ist das?

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Als ich heute mit dem Bus der Linie 12 um 20:30 (Wagen 84) nach hause fahren wollte musste ich leider eine sehr unschöne Erfahrung mit einem Busfahrer der Stadtwerke Hamm machen. Der Bus hielt am Bahnhof an dem Bussteig an dem die 12 immer fährt. Allerdings stand oben noch keine Liniennummer dran sondern das Logo der Stadtwerke. Der Fahrer öffnete allerdings die Tür, daher zückte ich meine Fahrkarte und wollte einsteigen. Daraufhin fuhr er mich in einem unmöglichen Tonfall an “Da oben steht noch nichts dran. Sie können noch nicht einsteigen! Ich brauche auch meine Pause! Sie können einsteigen wenn da oben die Linie steht!”. Okay, kein Problem. Ich wartete also die 3 Minuten bis oben die Linie angezeigt wurde, stieg ein während der Fahrer telefonierte. Ich wollte mich auf meinen üblichen Platz vorne rechts hinter der ersten Tür setzen, daraufhin fuhr mich der Fahrer erneut an “Nicht hier sitzen! Geh nach hinten!”. Ich fragte ihn nach dem Grund und erklärte ihm, dass ich üblicherweise eigentlich immer auf dem ersten Platz vorne hinter der Tür sitze. Darauf wurde er immer unfreundlicher – während er dafür immer wieder sein Telefongespräch am Handy unterbrechen musste – und meinte “Geh nach hinten sonst fährst du hier gar nicht mit!”. Ich guckte etwas verdutzt und ging eine Reihe weiter nach hinten in den ersten “Vierer”. Der Fahrer telefonierte munter weiter. Die Abfahrtszeit verstrich und er telefonierte immer noch. Er wurde dabei zwischendurch auch mal ein wenig lauter, es schien offenbar nichts dienstliches zu sein oder er war sehr mutig. Wer schreit schon seinen Chef am Telefon an? Mit 3 Minuten Verspätung fuhr er dann los.
Ich finde dieses Verhalten gegenüber mir als zahlenden Fahrgast mit einer nicht ganz billigen Monatskarte einfach absolut unmöglich. Der Fahrer repräsentiert für mich als Kunden das Unternehmen und stellt es durch so etwas in ein sehr schlechtes Licht. Ein Problem, das man sonst klischeehafterweise ständig über ein anderes Transportunternehmen hört, die Deutsche Bahn. Dort habe ich allerdings noch nie einen Mitarbeiter angetroffen, der so unfreundlich war wie dieser Busfahrer.
Und nebenbei: Ich kann mich nicht daran erinnern ihm das Du angeboten zu haben. Wieso duzt der mich einfach so? Sehe ich so jung aus? 😉

(Foto: Philippe Harig, Archivbild)